Antonio Hoffmann

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Johannes Stöckholzer · info@unserallereins.com

Antonio Hoffmann stellt sich vor…

Hi. Antonio hier. Ich bin Baujahr 1987, komme aus Waldshut-Tiengen am Hochrhein, am südlichen Rand des Schwarzwaldes, direkt an der Schweizer Grenze. Die Musik kam relativ spät in mein Leben. Ich werde nie vergessen, wie ich als pickliger 15-Jähriger das erste Mal eine E-Gitarre live gehört habe und wie es sich etwas später anfühlte, die erste eigene Songidee selbst zu singen und auf der Gitarre zu begleiten. Ein religiöser Bekannter hat mir mal erklärt, in der Fastenzeit könne er keine Musik hören, weil sie die Verbindung zum Göttlichen, die in dieser Zeit durch intensives Beten und Fasten aufbaut wird, stören würde, weil Musik für ihn auf demselben „Kanal“ stattfinde. Ich mag den Gedanken sehr. Auf die Gitarrensaiten einzudreschen und dazu zu jaulen, hatte von Anfang an eine meditative, archaische Wirkung auf mich. Ich glaube, Musik hat für viele Menschen eine tiefgreifende Bedeutung, weil sie eben auf dieser besonderen Ebene berühren kann.

Über das MTV der 90er mit Limp Bizkit, Linkin Park, RATM bin ich sehr schnell bei Staind hängen geblieben. In meiner Teenage Angst, meine Eltern hatten sich gerade getrennt, habe ich mich Sänger Aaron Lewis auf „Break The Cycle“ unglaublich verbunden gefühlt. Es gibt Künstler, die es schaffen, dir das Gefühl zu vermitteln, sie würden aus deiner eigenen Seele singen, obwohl du vielleicht nicht mal verstehst, von was der Text überhaupt handelt. 2006 hab‘ ich Abi gemacht. Dann war es Jeff Buckley. Tagsüber in der Spielothek arbeiten, nachts kiffen, Gitarre spielen und Buckley hören. Das habe ich mehrere Jahre gemacht. Bis ich Angst vorm Leben hatte.  

Völlig orientierungslos bin ich 2012 nach New York geflogen und habe dort drei Monate lang Straßenmusik gemacht. Fast hätte ich einen anderen Musiker geheiratet, um ein US-Visum zu bekommen. Stattdessen bin ich mit meiner Jugendliebe erst nach Stuttgart gezogen, wo ich eine Ausbildung zum Musikpädagogen gemacht hab‘, quasi als Resozialisierungmaßnahme, und 2016 nach Berlin, wo wir uns ein paar Jahre später leider verloren und getrennt haben. Es hat ewig gedauert, aber seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, ich konnte ein einigermaßen „normales“ Berufsleben aus meiner Leidenschaft machen, worüber ich sehr glücklich bin. Ich lebe und arbeite in Berlin Moabit, spiele in verschiedenen Projekten und gebe Gitarrenunterricht.

Sam Fender, Sophie Hunger, Villagers, Radiohead, Theo Katzman, Leif Vollebekk und Niels Frevert höre ich zurzeit wohl am meisten. Mich fasziniert, wie ein Song seinen HörerInnen die Möglichkeit geben kann, die Gegenwart, das Leben, die Welt, durch die Augen der InterpretInnen zu sehen und so eine Verbindung zu sich selbst herzustellen, fürs eigene Leben etwas mitzunehmen. Etwas, was dabei helfen kann, seinen Platz zu finden, sich zu positionieren in einer gefühlt immer verrückter werdenden Welt. 

Songwriting ist wie Tagebuchschreiben. Seit 20 Jahren, seit ich die Gitarre das erste Mal in die Hand genommen habe, versuche ich mich auch selbst daran. Manchmal schreibt man jeden Tag, dann wochenlang gar nichts. Mal schreibt man mehrere Seiten, mal nur ein Datum mit ein paar Stichworten. Aber damit aufzuhören ist keine Option. Manchmal wünscht man sich die Klarheit zurück, mit der man etwas vor Jahren niedergeschrieben hat, manchmal schämt man sich für die eigenen Zeilen. Mir hilft es, mich zu ordnen und zu erden und ich fühle mich ein wenig wie ein Abenteurer auf der Suche nach einem Schatz.  

Zu jeder Bewegung gibt es eine Gegenbewegung. Auch in der Musik sind Mensch und Maschine immer schwerer auseinanderzuhalten, KI ist auf dem Vormarsch, die technischen Möglichkeiten sind unendlich und die Perfektion immer zum Greifen nahe. Auf meinem ersten Album unter meinem Realnamen habe ich mit der Unterstützung großartiger Musiker versucht, die persönlichsten und wichtigsten Momente meiner musikalischen Ausbeute der letzten sieben Jahre so emotional und organisch wie möglich festzuhalten. Dank des Feingefühls von Produzent Johannes Stöckholzer, der Rick Rubin der DACH-Region, haben wir auf ehrliche Live-Performances an akustischen Instrumenten gesetzt und besondere Momente bewusst zugelassen. 

Tiergarten ist für mich Neuanfang und Schwelgen in der Vergangenheit, ein Schaumbad in traurig-schöner Melancholie, eine Kampfansage an die eigenen Dämonen, ein Loblied auf eine neue Heimat, auf die Musik, auf das Göttliche im Menschenaffen und auf den absurden Clusterfuck, den wir Leben nennen. Danke für dein Ohr, möge dir meine Musik ein Freund sein.